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Geschichte

See um 1970
50 Jahre Naturistenbund Itzehoe (NBI) e.V.

Man muss es nicht zwangsläufig als Unglück ansehen, dass Schleswig-Holstein aufgrund seiner geografischen Lage am nördlichen Rand Mitteleuropas zun finden ist. Die Randlage hat nicht nur Nachteile, sie bietet vielmehr die Chance, eine Brückenfunktion zwischen Mittel-, Nord- und Ostseuropa wahrzunehmen. Wie den Statistiken zu entnehmen ist, belegt Schleswig-Holstein unter den deutschen Ferienzielen den dritten Platz. Etwa zwei Millionen Campingurlauber verbringen ca. 13 Millionen Feriennächte im grünen Land zwischen den Meeren.

Seit 1963 wird in Dägeling am Heidieksweg ein herrliches Fleckchen Erde von zwei Hektar mit einem schönen Naturbadeteich von den Mitgliedern des Naturistenbundes Itzehoe e.V. für eine lebensbejahende und naturverbundene Freizeitgestaltung genutzt.

Der Grundstein für den Verein wurde bereits am 01.07.1960 gelegt, wo sich aufgrund einer Anzeige FKK-Interessierte zu einem Informationsabend trafen, angeregt durch den damaligen Vorsitzenden des Hamburger Bundes für Freikörperkultur (HFK). Es entstand eine kleine Gruppe, die sich zu Diaabenden und in freier Natur traf und die nach vielen Schwierigkeiten die Möglichkeit zu einem wöchentlichen gemeinsamen Saunaabend bekam, was damals noch beinahe als unmoralisch galt, ging man zu jener Zeit - jedenfalls in Itzehoe - noch streng getrennt nach Männlein und Weiblein in die Sauna.

Die Verbindung zum HFK wurde aufrechterhalten, aber ohne eigenes Gelände war die Gruppe nicht zu halten, so dass im Frühjahr 1963 mit einer entsprechenden Anzeige ein geeignetes Gründstück gesucht und gefunden wurde.

Als erste kleine Geländehütte diente ein ausgemusterter Blumenpavillon, Trinkwasser wurde per Hand aus einem eigens gebohrten Brunnen gewonnen und auch ein Plumpsklo im alten noch vorhandenen Geräteschuppen durfte nicht fehlen. Später kamen noch eine Rutsche und verschiedene Kinderspielgeräte dazu. Der Clou aber ist eine Seilbahn, die den gesamten Badeteich überspannt, noch heute das Highlight für Kinder, Jugendliche und junggebliebene Erwachsene.

Die Entwicklung des NBI ging ständig aufwärts und so konnten im Laufe der Zeit das ursprüngliche Gelände wie auch die obere Wiese käuflich erworben werden, finanziert mit Unterstützung des DFK und durch Darlehen der Vereinsmitglieder.

Im Frühjahr 1989 übergab der 1. Vorsitzende Herbert Ewald nach 26jähriger Tätigkeit sein Amt an Helmut Schröder, unter dessen Leitung der NBI Anfang der 90er Jahre den Umweltpreis des DFK erhielt. Zur Besichtigung des Geländes waren eigens der damalige DFK-Präsident Heinz Simanowski und der Vorsitzende des Landesverbandes Hamburg/Schleswig-Holstein, Dirk von Renesse, angereist. Noch heute gibt es auf dem Gelände keinen Strom. Solaranlagen versorgen die Geländehütte sowie das inzwischen errichtete Waschhaus, und auch einige Wohnwagenstellplätze sind mit Solaranlagen ausgestattet. Dem Sanitärgebäude ist eine biologische Kläranlage angeschlossen und auch die Sauna, die im Jahre 1994 errichtet wurde und das ganze Jahr über ein wichtiger Treffpunkt im Vereinsleben ist, wird mit Holz beheizt, einem auf dem Gelände ständig nachwachsenden Rohstoff.

Auch sportlich ist der Verein aktiv. Während in den frühen Jahren hauptsächlich Volleyball gespielt und Turniere der umliegenden FKK-Vereine besucht wurden, sind es heute vor allem Pétanque und Kubb, das Wikingerschach aus Schweden, sowie Nordic-Walking und Fahrradtouren in der Umgebung, die die Vereinsmitglieder in Bewegung halten.

Aus der Zugehörigkeit zum DFK und zur INF ist das Leben auf dem Familiensport- und Freizeitgelände vielfach bunt und international, da das Gelände von durchreisenden Gästen aus Holland, Schweden, Dänemark und Naturistenfamilien aus Deutschland besucht wird. Gäste sind beim NBI jederzeit herzlich willkommen.

Seit 2007 leitet Otto Griefnow die Geschicke des ca. 80 Mitglieder zählenden Vereins. Der NBI ist heute ein wirtschaftlich gesunder Verein, dem es gelungen ist, seine Mitgliederzahlen in etwa stabil zu halten, so dass der Vorstand optimistisch in die Zukunft blickt, ohne jedoch die Notwendigkeit, vor allem junge Familien mit Kindern und Jugendliche als Mitglieder zu gewinnen, aus den Augen zu verlieren.

Dägeling, im Juni 2013